Reisetipps

Reise-Tipps

  • für Indien

Wer zum ersten Mal nach Indien fährt und vorhat, sich abseits der wenigen Touristen-Trampelpfade zu bewegen, soll­te sich unbdingt eine Reihe von Verhaltensmaßregeln aneignen und sich auch mit den landestypischen Sitten vertraut ma­chen. Diese Tipps dienen jedoch kei­nes­falls der Abschreckung, sondern sollen einen interessanten Urlaub ohne gra­vie­ren­de Pannen ermöglichen, denn Indien ist ein wunderschönes Land mit sagenhaften Baudenkmälern, viel zu schade, das nicht zu sehen:

  • Bettler
  • Darbietungen mit Tieren
  • Übernachtungen
  • Essen
  • Taxi
  • Betrugsmasche

  • Bettler:
    In Indien herrscht noch immer eine sehr große Armut und man wird immer wieder Menschen sehen, die im Schatten einer Wand an der Straße hausen, auf dem blanken Boden schlafen und die wenigen Kleider in der Gosse waschen. Demzufolge zieht jeder Europäer ständig und überall einen Rattenschwanz an Bettlern hinter sich her, das geht durch alle Alterstufen vom alten Greis bis hin zum kleinen Kind mit einem halbnackten Baby auf dem Arm. Man wird ständig angetickt und auch, wenn man im Auto sitzt, wird ans Fenster geklopft.

    Es sei niemand davon abgehalten, hier etwas zu geben, aber das ist ein Fass ohne Boden und nach ein paar Tagen dürfte das Budget erschöpft sein. Viel besser ist es, eine Spende an eine Wohltätigkeitsorganisation zu ma­chen, von denen es sehr viele gibt in Indien. Man findet meistens eine Möglichkeit bei Flughäfen und erhält auch Auskunft, wo man spenden kann.
    Keinesfalls Süßigkeiten aus der Heimat mitbringen und verteilen, erstens leiden diese Menschen wirklich Hunger und zweitens vertragen sie diese Art von Essen vermutlich eher nicht.
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  • Darbietungen mit Tieren:
    Niemals, wirklich niemals Geld geben für Darbietungen mit Tieren. Die Le­bens­be­ding­ung­en für die Tiere sind extrem schlecht und man versucht seitens der in­di­schen Regierung hier Verbesserungen zu schaffen. Jede Geldspende führt dazu, dass weitere Tiere vorgeführt werden.
    Achtung - man wird auch immer wieder zu einem Foto aufgefordert. Sofort danach muss man dafür bezahlen, daher solche Aufnahmen, wenn sie gemacht werden, möglichst unauffällig ma­chen.
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  • Übernachtungen:
    Man kann in Indien durchaus reisen wie in Europa... wenn man einen genügend großen Geldbeutel hat.
    Fast immer gut aufgehoben ist man in fast allen Taj-Hotels, einer großen Hotel-Kette. Allerdings bekommt man dann von Land und Leuten eher nichts mit, da es in Indien üblicherweise nicht so einen Luxus gibt. Damit man auch in Budget- und Mittelklassehotels einigermaßen problemlos zurechtkommt, an dieser Stelle einige Tipps:

    • Wenn möglich einen leichten Schlafsack mitnehmen, es empfiehlt sich auch, ein Inlett aus Seide oder Baumwolle dabei zu ha­ben, so kann man auch in Betten schlafen, die nicht frisch bezogen sind, was durchaus kein Einzelfall ist.
    • Es empfiehlt sich auch, Handtücher aus Funktionsstoff dabei zu ha­ben, denn man bekommt nicht immer ein Handtuch zum Zimmer und immer wieder sind diese Handtücher nicht besonders sauber.
    • Besonders problematisch ist der Toilettengang. In Indien wird normalerweise kein Klopapier benutzt und oft bekommt man eine Rolle nur auf Anfrage. Die Rollen sind sehr klein und es sind nur wenige Blätter drauf, wer Platz im Gepäck hat, ist gut beraten, sich eine Rolle von zu Hause mitzunehmen.
      Man kann es auch wie die Inder ma­chen und die Minibrause oder den be- reitstehenden Plastiktopf benutzen, was aber für uns Europäer äusserst ge- wöhnungsbedürftig ist, zumal es keine Abtrocknung hinterher gibt.
      Achtung - wer von dieser Möglichkeit Gebrauch macht, soll­te nur die linke Hand benutzen!
      Aus dem gleichen Grund ist die linke Hand die schlechte Hand, niemals mit der linken Hand einen anderen Menschen berühren, Essen anfassen oder Essen mit der linken Hand geben!
      Ausserdem ist eine kleine Flasche Desinfektionsspray sehr nützlich, da die Mehrzahl der Toiletten praktisch nicht gereinigt sind. Einmal mit einem Papier abgewischt, hat man ein braunes Teil in der Hand....
    • Auch wenn alle Inder in den Häusern und den sogenannten Geschäften barfuß gehen, empfiehlt sich das nicht im Hotelzimmer. Zwar wird allerorten pausenlos gefegt und geputzt, aber das Putzwasser wird praktisch nie gewechselt und somit der Dreck als gleichmäßige Schicht aufgetragen. Von daher soll­te man ganz billige Flip-Flops dabei ha­ben, die man vor der Heimreise fortwerfen kann.
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  • Essen:
    In Indien wird überwiegend mit der Hand gegessen, aus den vorher genannten Gründen niemals mit der linken Hand beim Essen helfen. Wenn man das Nan oder das Roti (eine Art Fladenbrot im Pfannkuchenformat) klein ma­chen möchte, darf das nur mit der rechten Hand geschehen. Die Linke am besten gleich unterm Tisch lassen.
    Es ist auch sehr nützlich, sich einen ganzen Packen Tempotaschentücher mitzunehmen, so was gibt es dort nur sehr selten zu kaufen und damit kann man auch mal den Tisch, den Teller, das Glas oder das Besteck reinigen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Gläser tropfnass sind.
    Wir ha­ben mehr als einmal und auch in den teureren Hotels von Tischen gegessen, auf denen die ganze Speisekarte der vorherigen Gäste zu sehen war, unbenutztes Besteck eines Gastes wird oft mit Zeigefinger und Daumen abgewischt und dem nächsten Gast hingelegt (die Hände werden nur sehr selten, wenn überhaupt, untertags gewaschen!). Ein Tempo leistet da gute Dienste!
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In einem Taxi in Mumbay

  • Taxi:
    Wer neu in Indien ankommt, ist gut beraten sich am Flughafen ein Prepaid-Taxi zu nehmen. Zwar sind die Kosten deutlich höher, dafür ist man aber auf der sicheren Seite, dass man nicht ausgenommen wird. Jeder Flughafen und jeder Ort hat einen Schalter für Prepaid-Taxis.
    Auch wenn es uns komisch erscheint, in diesem Fall gibt man dem Taxifahrer nichts mehr, denn man hat schon alles im Vorhinein bezahlt, der Fahrer bekommt das Geld anschließend von der Stelle, wo er als Prepaid-Taxi gemeldet ist.
    Hat man das Pech, dass der Schalter nicht geöffnet ist oder will man sich unbedingt im Haifischbecken tummeln, noch einige Tipps:

    • Nicht dem größten Schreihals folgen, sondern sich den abseits wartenden, ruhigeren Taxifahrern zu- wenden. Das ist zwar keine Garantie, dass man nicht abgezockt wird, aber die Wahrscheinlichkeit einen ehrlichen Fahrer zu bekommen ist wesentlich größer.
    • Grundsätzlich den Fahrpreis vor Fahrtantritt aushandeln und ruhig mehrere Taxifahrer abfragen.
      Niemals vorher den Fahrpreis bezahlen!
      Alle Taxis ha­ben hinten an der Seite eine Nummer, diese nach Möglichkeit aufschreiben oder fotografieren.
      Sollte es dennoch Probleme mit dem Fahrer geben, anhalten lassen und aussteigen, auch dann nicht bezahlen!
      Lässt der Fahrer Sie nicht laufen, renitent werden, verlangen, dass er zur Polizei fährt und sich den Ausweis zeigen lassen (Show me your ID)!
      Wenn auch das nichts hilft, aus dem Auto laut um Hilfe schreien.
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  • Betugsmasche:
    Zum Schluss noch ein Beispiel für eine Betrugsmasche, selbst erlebt am Flughafen von Mumbai:
    Durch eine Flugverspätung sind wir erst nach 1 Uhr morgens in Mumbai angekommen und natürlich war der Prepaid-Schalter schon geschlossen.

    Auf der Suche nach einem Taxi vor dem Flughafen wurden wir von einer Horde von Taxifahrern unter viel Ge­schrei hin und her geschubst, vermutlich eine zusammen arbeitende Bande. Völlig entnervt und übermüdet ha­ben wir uns dann in ein Taxi, welches wir nicht ausgesucht hatten, bugsieren lassen.

    Zunächst fuhr der Fahrer zügig, um das Flughafengebiet zu verlassen. Der miteingestiegene zweite Mann ver­wickel­te uns in ein Gespräch und bot uns Geld zu sagenhaft günstigen Kursen an, dadurch ha­ben wir nicht auf den Weg aufgepasst. Währenddessen wurden wir in ein dunkles Viertel abseits des lärmenden Straßen- verkehrs gefahren, wo der Fahrer schließlich ganz stehenblieb.

    Nun erklärte uns der zweite Mann, er müsste hier aussteigen und vorher kassieren, anderenfalls würden wir nicht weitergefahren. Zwar wollten wir nicht vorab bezahlen, doch da wir nicht wussten, wo wir waren und wie weit der Flughafen entfernt war, hatten wir kaum Chancen uns durchzusetzen. Als Fahrpreis waren 550 Rupien ausgemacht, eigentlich ein Warnsignal, da der Preis viel zu günstig war.

    Zunächst ha­ben wir einen 50-Rupienschein ausgegeben und dann den 500-Rupienschein (erhält man fast immer vom Geldautomaten und ist äusserst schwierig zu wechseln). Der zweite Mann nahm das Geld und hielt es zunächst vor uns verborgen unterhalb seiner Rückenlehne, dann schrie er auf, wir hätten nur 100 Rupien gegeben und hielt uns einen 100-Rupienschein hin. Zwar waren wir ziemlich sicher, dass dem nicht so war, aber es war ja stockdunkel und so ha­ben wir zunächst geglaubt.

    Der nächste 500er war ein nagelneuer Schein, er wanderte nach vorne, wo der vermutlich von dem Mann eingerissen wurde. Er hielt ihn hoch und meinte, einen eingerissenen Schein würde er nicht akzeptieren (da der Schein so neu war, konnte er uns dafür keinen alten 100er Lappen vorhalten :).

    Daraufhin ha­ben wir beide den nächsten 500er sehr genau betrachtet, bevor wir ihn nach vorne gegeben ha­ben. Gleiches Spiel wie zuvor, ein Schrei, 100 Rupien hochgehalten und gebrüllt, wir hätten schon wieder nur einen 100er rausgegeben.

    Nun waren wir sicher, dass es ein Betrüger war - zum Glück waren auch wir zu Zweit und ha­ben mit genauso viel Ge­schrei dagegen gehalten, dass er uns betrogen hat.
    Es entspann sich ein minutenlanges Ge­schrei, in dem wir gefordert hatten, entweder zum Flughafen oder zur Polizei gefahren zu werden, was natürlich nicht geschah. Da wir unsere Tochter in Indien wohnen hatten, ha­ben wir sie nun angerufen und alle Daten durchgegeben, damit sie die Polizei alarmieren könnte, falls wir nicht mehr auftauchen würden. Das hat den beiden wohl eher nicht geschmeckt. Anschließend ha­ben wir die Türen aufgerissen und laut um Hilfe geschrien. Nach einer Weile kamen auch andere Taxis dazu, es gab ein kurzzeitiges Kuddelmuddel, dann wurde unser Gepäck in ein anderes Taxi umgeladen. Vorher hat der Betrüger aber doch noch 1.000 Rupien zurückgezahlt, allerdings nicht mit unseren Scheinen (kleine Scheine).

    Wieviel wie dabei genau verloren ha­ben, können wir nicht genau sagen, es dürften etwa 50 bis 250 Rupien gewesen sein - nicht die Welt, aber ich bin sicher, es hätte auch ganz anders ausgehen können! Daher unbedingt unsere Tipps zum Taxi beherzigen.
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