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26.12.2007 - Munnar Hillstation

Nachdem wir seit unserer Ankunft in Indien so viel schwitzen mussten, zog es uns nun in kühlere Gefilde - wir wech­sel­ten zur nächstgelegenen Hillstation, nach Munnar in ungefähr 1.700 m Höhe und damit der höchsten Erhebung im Südwesten Indiens.
Die Anfahrt betrug rund 200 Km und da es keine Autobahn gab, waren wir entsprechend lange un­ter­wegs. Da ist der Eine oder Andere von uns während der Fahrt immer wieder eingenickt...

Unterwegs 2

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Leider wiederholte sich hier das Dilemma der letzten Tage - alle Hotels, die wir abtelefonierten, waren ausgebucht. Ein Ho­tel allerdings bot uns dann doch ziemlich teure Zimmer an und wir beschlossen, uns diese anzusehen. Wir wunderten uns noch über den Namen des Hotels und hofften, Nomen sei hier mal nicht Omen.

Während wir lang­sam in die Berge hinauf kraxelten, kamen wir auch an einem kleinen Wasserfall vorbei und mach­ten dort eine Pause. Rund um den Wasserfall hatten sich ein paar Verkaufsstände angesiedelt und hier waren dann auch die er­sten wildlebenden Affen zu sehen. Nach Munnar

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Schließlich ging es weiter hinauf und alle Handys stellten ab einer bestimmten Höhe ihre Dienste ein. So konnten wir nicht weiter nach Hotels oder Zimmern telefonieren und sahen zu, dass wir das Ho­tel mit dem seltsamen Namen erreichten.

Stilleben in Munnar

Als wir einfuhren in Munnar, war ich zunächst erst mal ernüchtert, auch hier oben war es weder aufgeräumter, noch waren weniger Menschen oder Fahr­zeu­ge un­ter­wegs als in den Städten. Obendrein noch waren Teile der einzigen Straße in einem fürchterlichen Zustand - offensichtlich rauschen in der Regenzeit regelrechte Sturzbäche die Berge und Hänge hinab und nehmen dabei anscheinend nicht wenig von der Straße mit, so dass diese manchmal kaum noch 2 Meter breit und von un­glaub­lich tiefen und mit Wasser vollstehenden Schlaglöchern umgeben ist.
Es war uns nicht klar, ob das überhaupt nicht repariert wird oder ob das Wasser schneller zuschlägt als die Reparaturmaßnahmen greifen, die Inder hat es zu­min­dest wenig gestört, alle Autos, Laster und Tuktuks stellten sich brav in einer Warteschlange an, damit sie einigermaßen unversehrt ihren Weg fortsetzen konnten.

In Munnar

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Nach einigem Suchen fanden wir auch das Ho­tel. Unser Fahrer wartete zunächst, denn falls wir nicht zufrieden sein soll­ten, wollte er uns wieder mit nach Cochin nehmen.
Das Foyer machte einen sehr guten Eindruck, alles in Edelhölzern und Messing im Kolonialstil eingerichtet, so dass wir im er­sten Moment erfreut unsere Zimmer besichtigten. Diese be­fan­den sich im 4. Stock - ohne Lift - und hatten einen tollen Ausblick über das Tal, da sich das Ho­tel an einem Hang am Rande der Teefelder befand.

Wahlplakat
Auch in Indien waren Wahlen

Die Zimmer an sich wären auch nicht schlecht gewesen, sehr großzügig und ursprünglich nett eingerichtet. Leider waren die Bettlaken mit un­de­fi­nier­bar­en Flecken in Braun und Weiß bedeckt, was erst mal eine längere Diskussion unter uns auslöste. Aus dem Bad heraus, das im Prinzip ein schönes Bad gewesen wäre, stank es fürchterlich. Da die Klobrille naß war, wischte ich sie mit einem Klopapier ab und war entsetzt - es war nach die­ser Aktion ganz braun...
Unsere Tochter schmunzelte nur und meinte, nun wären wir in Indien an­ge­kom­men.

Kühe ruhen sich aus
Kühe mitten in Munnar

Es gab nochmal ein Palaver und wir beschlossen trotz allem eine Nacht zu bleiben, da wir dafür einigermaßen ausgerüstet waren und für das Bad wollte ich auf dem Markt ein Reinigungsmittel auftreiben.
Also verabschiedeten wir uns von unserem Fahrer und mach­ten uns auf in den Ort, wobei wir alle nah und ferner gelegenen Hotels und Pensionen nach freien Zimmern abfragten. Leider war absolut nichts frei!

Genauso schwierig gestaltete sich die Suche nach einem Bad-Reinigungsmittel, erst mal, wie sollte man es beschreiben und dann, wer könnte so etwas haben? Supermärkte oder Drogerien wie bei uns gibt es nicht. Also klapperten wir den Markt in Munnar ab, fragten hier und da, bis wir endlich in eine Nebengasse geschickt wurden. Wieder unser Sprüchlein aufgesagt, viel mit den Händen her­um­ge­fuch­telt und dabei jede Menge Wobbler ausgelöst, da begann der Ladeninhaber seine Theke zu ersteigen, reckte sich bis an die Decke und zog vorsichtig einen Beutel heraus.
Hm. Ausser einem Namen stand so gut wie gar nichts drauf, auch waren keine Inhaltsstoffe angezeigt. Grübel, grübel... dann entschlossen wir uns, es zu nehmen, denn es hat fast nichts ge­kos­tet und irgendwie schien es uns in die Richtung dessen, was wir wollten, zu gehen.

Tischreinigung
Diesen schönen Tisch
muss man einfach sauber machen...

Damit kam dann das nächste Problem - wie soll­ten wir das Zeug an­wen­den? Es musste noch ein Schwamm her. Wieder neues Palaver und Herumgefuchtel, wieder jede Menge Wobbler, diesmal verkroch sich der Ladenbesitzer unter die Theke und holte einen Stahlschwamm für Töpfe heraus. Immerhin, er hatte eine Menge, das muss man sagen, aber oft schien er das wohl nicht verkauft zu haben, so tief wie er danach gegraben hat. Wir beschlossen, auch den Topfreiniger zu nehmen, obwohl ich meinte, er würde die Klobrille doch sicher ziemlich zerkratzen. Aber Rainer entgegnete, dass es wohl kaum schlimmer werden könnte.

Diese Eltern!
Nein, diese Eltern

Schließlich dackelten wir in der ein­brech­en­den Abenddämmerung mit einem Um­weg über ein Lokal, wo wir noch zu Abend gegessen haben (und zum Entsetzen der Tochter nicht an uns halten konnten, den Tisch mit Tempos abzuwischen), zum Ho­tel zurück, auf das doch Nomen est Omen zutraf und begannen mit der Reinigung unseres Bades. Ich muss sagen, die Klobrille war nachher blitzblank, schneeweiß und kein bisschen zer­kratzt...
ob man das im Ho­tel bemerkt hat?

Damit war der erste Tag in Munnar in sehr erfrischender Kühle vergangen. Wie es weitergehen sollte, wollten wir dann anderntags entscheiden.


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