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22.12.2007 - Cochin

Ziemlich pünktlich sind wir dann in Cochin angekommen und Rainer war etwas besorgt, ob man um diese Uhrzeit - 3:45AM - überhaupt ein Taxi bekommen würde. Die Sorgen waren unbegründet, vor dem Eingang warteten ungeachtet der frühen Morgenstunde hunderte von Leuten und entsprechendes Gewimmel war auch bei den Taxifahrern aus- zumachen.

So sind war also wohlgemut zum Prepaidtaxi-Schalter gestapft, nicht ohne uns bei den diversen Sperren auf dem Weg ganz ordnungsgemäß anzumelden, indem wir immer wieder neue Zettel ausgefüllt, die Nummern unserer Reisepässe und der Visa eingetragen haben.

Taxifahrer in Cochin
Wer ist unser Taxi-Fahrer?

Der erste Kontakt am Schalter war dann typisch für Indien, doch wussten wir das zu dem Zeitpunkt noch nicht - wir benannten das gebuchte Hotel (Vintage Inn in Fort Cochin) und es entspann sich erst mal eine rege Diskussion zwischen den Personen hinter dem Schalter, ohne dass man uns das Ergebnis mitteilte. Auf erneutes Nachfragen wurden uns der Reihe nach verschiedene Preise genannt und wir begannen uns zu fragen, ob wir unser Hotel wirklich finden würden. Aber was für Möglichkeiten hatten wir schon? Also bezahlten wir den zuletzt genannten Preis und strebten mit der Quittung in der Hand dem Ausgang zu.

Ankunft in Cochin
Taxi-Quittung

Draussen empfing uns ein würziger Duft in einem schwülheißem Schwall und in der gleichen Sekunde stürzten von allen Seiten Leute auf uns zu, rissen uns die Quittung aus den Händen und zeigten sie überall herum. Wir dagegen haben alles versucht, die Quittung nicht aus den Augen zu verlieren, mittlerweile wissen wir aber, dass das ok ist so, denn auf dem Zettel ist die Nummer des Taxi- fahrers vermerkt und so versucht jeder Fahrer einen Blick drauf zu werfen, um festzustellen, ob er der Glückliche sein würde und leider nicht jeder Inder spricht Englisch.

Es kam dann, wie wir es befürchtet hatten, der Fahrer fand das Hotel erst nach einer langen Suche, weil der Ort auf der Quittung falsch angegeben war und er erst einmal Ernakulam abgesucht hat. Zum Glück fand er dort schließlich ein geöffnetes Hotel, wo man über die Nummer vom Vintage Inn den Weg dahin gefunden hat. So landeten wir am frühen Morgen doch noch wohlbehalten in Fort Cochin, um unser erstes Quartier aufzuschlagen und auf Alissas Ankunft zu warten.

Zimmer im Vintage Inn
Unsere erste Unterkunft im Vintage Inn

Noch hatte ich den europäischen Standard vor Augen, aber wie ich jetzt weiß, zählte das Zimmer zu den besten in Indien in dieser Preisklasse. Zwar waren die bedruckten Laken nicht frisch, aber da wir unsere Seideninletts dabei hatten, war das nicht wirklich ein Problem. Ansonsten waren Zimmer und Bad sehr sauber und ich zufrieden.
Das Schönste an dem Haus war dann die Dachterrasse, wo wir unser Frühstück bekommen haben - mitten zwischen Häusern und Palmen gelegen und von frechen krähenartigen Vögeln beim Essen beobachtet, hatten wir unsere Unterhaltung:

Gast beim Frühstück

Hotel Vintage Inn
Unsere Unterkunft Vintage Inn
Katzen im Müll
Müll mit Katzen

Am Vormittag erkundeten wir dann die Umgebung und ich hatte meine erste Begegnung mit dem Müll in Indien, weiß aber jetzt, dass Fort Cochin zu den saubereren Städten gehört - immer wieder lagen Müllhaufen, teilweise von Kühen oder Ziegen zerfleddert, herum, aber in anderen Städten war es noch erheblich schlimmer.

Ausserdem kaufte Rainer sich gleich eine indische SIM-Karte. Obwohl der Kauf selbst einem Staatsakt gleich kam - in drei verschiedenen Schulkladden wurden lange Zahlenkolonnen eingetragen und es mussten extra noch Passbilder im Shop um die Ecke gemacht werden -, konnte Rainer die Karte in kurzer Zeit selbst in Betrieb nehmen, während es in den USA hierzu den Verkaufsleiter von Wallmart brauchte, der mehr als einmal eine Nummer anrufen und eintippen musste, während ich mir damals die Beine endlos in den Bauch gestanden habe....

Fort Cochin
Stadtbummel in Fort Cochin

Nachdem also unsere Tagespunkte abgehakt waren, schlenderten wir noch über den Hafen in die Stadt, bis uns der Hunger auf Restaurantsuche trieb. Es war noch etwas früh, aber das wirklich sehr saubere und schön dekorierte Restaurant hatte kein Problem damit, den Küchenbetrieb schon etwas eher anzuwerfen.

Dort hatten wir dann ein sehr interessantes Erlebnis - Rainer wollte zum Essen ein Bier, bekam aber die Auskunft, Bier habe man nicht. Bekümmert wollte er sich daraufhin mit Wasser zufrieden geben, als der Kellner auflachte und meinte, er habe aber einen Special Tea. Rainer drauf, nein, Tee wolle er nicht zum Mittagessen, aber der Kellner betonte, es sei doch Special Tea. Na gut, andere Länder, andere Sitten, Rainer ließ sich breitschlagen den Special Tea zu probieren.

Der "Tee" kam dann in einer schönen großen Teekanne, aber als Rainer ihn in die Teetasse gießen wollte, war er über die Konsistenz doch etwas erstaunt - es kam zunächst nur Schaum aus der Kanne, aha, das war also der Special Tea... Das Restaurant besaß keine Alkohollizenz, aber wenn ein Inder ein Geschäft machen möchte, dann macht er es auch, auch ohne Lizenz :-) Einer meiner beliebtesten Sprüche in Indien nahm hier seinen Anfang - "Geht doch!"

Was mir dann an dem Lokal noch besonders ins Auge gestochen war, waren die vielen Mörser... hm... und das im prüden Indien, ein Schelm, der Böses dabei denkt...

3 Mörser von vielen...
3 Mörser von vielen...

Gegenüber dem Lokal war eine Hütte aus Palmmatten, wo ständig Leute für längere Zeit drin verschwanden, an der Hütte war ein Schild, auf dem stand "Kathakali" (Betonung auf dem i). Erst dachten wir, es wäre auch ein Restaurant, aber es gab keine Speisekarte. Ein Blick in den Lonely Planet (die Bibel aller Globetrotter :) klärte uns auf, was es mit Kathakali auf sich hat. Um nicht den ganzen Text abtippen zu müssen, kann man sich ohne Lonely Planet auch bei Wikipedia in- formieren: Kathakali in Indien

Straße beim Hotel
Vom Hotel zum Stadtplatz
Wir Zwei im Tuktuk
Wir Zwei im Tuktuk

Damit stand für uns auch gleich ein wichtiger Tagespunkt für den nächsten Tag fest.
Nach dem Essen machte sich der Jetlag bemerkbar und wir bestellten unseren privaten Rikshawfahrer, um schnellstens nach Hause zu kommen, was aber ganz unnötig war, da das Restaurant gar nicht so weit weg war. Nur hatten wir bei unserem Stadtbummel so viele Umwege gemacht, dass wir dachten es lägen viele Kilometer dazwischen.
Jedenfalls sind wir dann vollkommen fertig ins Bett gefallen und haben uns mal so richtig ausgeschlafen... ganze 14 Stunden!



Letterbox
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Empfehlenswertes Hotel
Vintage Inn
Rids Dale Branch Rd.
Fort Cochin

Tel.: +91-484-2215064
eMail: vintageinn@hotmail.com
Zimmer je nach Saison ohne/mit AC ab 600/1.000 Rs


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